Florian Herzog und der TuS Schutterwald kassierten vom Handball-Verband eine Strafe, weil sie Mitte Oktober nicht zum Spiel gegen die HSG Hanauerland angetreten waren, weil ihnen das Risiko einen Corona-Infektion zu groß war. ©Handball-Server

Am 18. Oktober war der TuS Schutterwald II gegen die HSG Hanauerland nicht zum Spiel der Handball-Landesliga angetreten. Jetzt hat der Südbadische Handball-Verband (SHV) das Spiel mit 0:2 für die TuS-Reserve als verloren gewertet, zudem muss der Verein eine Geldstrafe bezahlen.

 

Hintergrund: In der Woche vor dem Spiel hatte sich der Inzidenzwert in der Ortenau auf 43 bzw. 44 eingependelt, am 15. Oktober war Grand Est mit der Region Straßburg vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt worden. Die HSG Hanauerland, die mehrere in und um Straßburg beheimatete Leistungsträger in ihren Reihen hat, fragte beim TuS um Spielverlegung nach. Doch Schutterwald wollte spielen.

Ereignisse überschlugen sich


Am Freitag, 16. Oktober, und Samstag, 17. Oktober, überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst wurde die 24-Stunden-Regelung für Grenzgänger bekannt, wodurch französische Sportler nun doch ihren deutschen Vereinen zur Verfügung standen, dann bat Kanzlerin Angela Merkel in ihrem Videopodcast eindringlich darum, Kontakte auf eine Minimum zu reduzieren. Jetzt wollte die Schutterwälder Mannschaft nicht mehr spielen und sagte die Partie am Sonntag, 18. Oktober, ab. Laut Statuten wäre das aber nur straffrei möglich gewesen, wenn der Gegner aus einem Risikogebiet gekommen wäre, nicht aber einzelne Spieler. So war es für den Verband unbedeutend, dass der Inzidenzwert in Straßburg zu diesem Zeitpunkt bereits um ein vielfaches über dem in der Ortenau lag.

Verein steht hinter der Mannschaft


„Wir haben die Strafe akzeptiert und bezahlt. Wir leben mit der Konsequenz und stehen als Verein nach wie vor hinter der Entscheidung der Mannschaft, zu diesem Spiel nicht anzutreten“, erklärte Felix Heuberger, der sportliche Leiter des TuS. „Wir waren halt ein bisschen zu früh zu sensibel, haben vielleicht aber auch einen Stein ins Rollen gebracht.“

Von Montag auf Dienstag nach dem ursprünglichen Spielsonntag meldete dann die Präfektur in Straßburg bereits einen Inzidenzwert von 226, auch in der Ortenau ist er da mit 51,96 erstmals über die Grenzmarke geklettert. Damit waren nun auch Spielverlegungen straffrei möglich. Seit 28. Oktober ruht der Spielbetrieb im Bereich des Südbadischen Handball-Verbandes aber komplett – mit einem offenen Ende. Man muss kein Prophet sein, um festzustellen, dass der geplante Re-Start am 12./13. Dezember nicht möglich sein wird.

 
Zum Seitenanfang