Schwere Kost bekamen die knapp 200 Zuschauer am Samstagabend in der Gerhard-Graf-Halle zu sehen. Die Freiburgerinnen taten sich im ersten Drittligaspiel sehr schwer und brauchten lange, um beim 27:23-Erfolg ihrer Favoritenrolle gegen die TG 88 Pforzheim gerecht zu werden.

Von Beginn an war das Freiburger Spiel von großer Nervosität geprägt. Diese nutzten die Gäste aus Pforzheim direkt aus und erspielten sich nach fünf Minuten eine 3:0-Führung. Es war auch den technischen Fehlern der Gastmannschaft geschuldet, dass der Freiburger Rückstand nicht höher ausfiel. Das erste Freiburger Drittligator der Saison 2021/22 erzielt dann Christiane Baum nach knapp sechs Spielminuten. Wer aber dachte, dass dies ein Brustlöser für das Freiburger Spiel werden könnte, sah sich leider getäuscht. Weiterhin standen sich die Spielerinnen von Trainer Igor Bojic durch viele eigene Fehler selbst im Weg. Erst nach 15.Minuten schafften die Red Sparrows durch Kapitänin Carolin Spinner beim Stand von 6:6 den ersten Ausgleich. Diesen verwandelten die Gäste aus Pforzheim jedoch wieder recht schnell in einen Drei-Tore-Rückstand, sodass es nach 21 Minuten 7:10 aus Sicht der Freiburgerinnen stand.

Dreh- und Angelpunkt des Pforzheimer Spiels war zu dieser Zeit Milica Vlahovic, die sich für fünf der ersten zehn Tore der Gäste verantwortlich zeigte. In der Folge gelang es den Hausherrinnen den Rückstand langsam zu verkürzen und vor dem Pausenpfiff sogar erstmalig in Führung zu gehen (28./12:11). Leider konnte diese Führung nicht gehalten werden, sodass Maike Fetzner mit zwei Toren in der letzten Spielminute vor der Halbzeit Pforzheim nochmals mit 13:12 in Führung brachte.

Nach der Pause blieb es ein offener Schlagabtausch auf beiden Seiten. Die Freiburgerinnen schafften es, besser dran zu bleiben und die Pforzheimerinnen nicht mehr wegziehen lassen, so stand es nach 40 Minuten 17:17. Sinnvoll war in dieser Spielphase sicherlich auch die kurze Deckung gegen Milica Vlahovic, um die Räume der besten Pforzheimerin einzuschränken. Trotzdem konnte man im Angriff kein Kapital aus der besseren Deckungsleistung schlagen, da man viel zu oft aus guter Wurfposition an der starken Gästetorhüterin Claire Bäcker scheiterte.

Mit zunehmender Spielzeit kamen die Red Sparrows etwas besser ins Spiel, was sich auch im Ergebnis widerspiegelte. So schaffte Rebecca Dürr nach 47 Minuten die erste Zwei-Tore-Führung herauszuwerfen (20:18). Diese Führung wurde in der Folgezeit peu a peu ausgebaut, sodass Freiburg nach 52. Minuten mit 24:21 vorne lag. Trotzdem gaben die Gäste sich nicht geschlagen und versuchten weiterhin die Fehler im Spiel der Freiburgerinnen auszunutzen. So kam die TG88 drei Minuten vor Ende der Partie nochmals auf zwei Tore heran (25:23). Dies war jedoch der letzte Torerfolg der Gäste, und durch zwei Tore von Hannah Person auf Freiburger Seite stand am Ende ein 27:23-Heimsieg auf der Anzeigetafel.

Insgesamt war das Spiel auf Freiburger Seite von viele technischen Fehlern geprägt und auch beim Thema Torabschluss müssen die Red Sparrows in den nächsten Wochen deutlich zulegen um auch weiterhin erfolgreich in der Liga agieren zu können.

Stimmen nach dem Spiel:
Carolin Spinner (Kapitänin): „Wir sind nervös und hektisch gestartet, haben dadurch viele Torchancen liegen lassen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit deutlich verbessert und hatten dann am Ende mehr Kraft als der Gegner, da wir über das gesamte Spiel gut wechseln konnten.“

Igor Bojic (Trainer): „Die Mannschaft war zu Beginn sehr nervös und fast schon übermotiviert. Hätten wir zu Beginn etwas mehr Glück beim Torabschluss gehabt, wäre es ein anderes Spiel geworden. Insgesamt müssen wir aufgrund der schlechten Wurfquote und der viele technischen Fehlern mit den Punkten zufrieden sein. In der Analyse gilt es jetzt an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um nächste Woche besser aufzutreten.“


Freiburg – Pforzheim 27:23 (16:16)
Red Sparrows: D’Arca; Person 2, Baum 4, Makelko 2, Dürr 4, Spinner 5/2, Disch, Czok 1, Emmencker, Hautz, Schraivogel 3, Falk 6, Sigloch, Ehret, Peter
TG 88 Pforzheim: Bäcker (1.-50.), Hesse (50.-60. ); N. Weschenfelder 1, Stortz, Fischer, Friedrich 4, Vlahovic 7/2, Dohe, Kraus, C. Weschenfelder 3, Langenberg 2, Ast, Kurz 2, Fetzner 4.

Spielverlauf: 0:3 (5’), 3:6 (14’), 6:6 (15’), 6:9 (20’), 9:10 (25’), 13:14 (30’) - 15:14 (36’), 16:16 (40’), 18:17 (42’), 20:18 (48’), 24:21 (52’), 25:23 (57’), 27:23 (60’)
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