Marie Lipps vor dem Eingang der Mörburghalle Schutterwald, wo sie mit dem Handball begonnen hat. ©Michaela Quarti
Marie Lipps vor dem Eingang der Mörburghalle Schutterwald, wo sie mit dem Handball begonnen hat. ©Michaela Quarti

Die vielleicht erstaunlichste Leistung haben die Zweitliga-Handballerinnen der HSG Freiburg abseits des Spielfeldes vollbracht. In der ersten Saisonserie, die sie in neun Spielen mit 3:15 Punkten auf Rang zwölf abgeschlossen haben, kamen sie ohne Corona-Schaden durch. Keine Positivfälle, nicht mal Quarantäne. „Zum Glück sind wir da echt verschont geblieben“, atmet Marie Lipps auf.

Die 20-Jährige, die aus der Jugend des TuS Schutterwald stammt, spielt seit 2017 bei den „Red Sparrows“. Waren Anfang der Saison in Freiburg noch ein paar Zuschauer zugelassen, waren die in den vergangenen Wochen außen vor. Eine Situation, mit der jede Spielerin anders umgeht. „Für mich war das blöd. Es ist einfach schwierig, wenn keine Stimmung in der Halle ist“, ist Marie Lipps ehrlich. Und dass es für ihr Team bisher nur zu drei Punkten reichte, ist für die gelernte Kreisläuferin, auch darin begründet, „dass wir eine Mannschaft sind, die Zuschauer braucht“.

Sportpsychologe hilft

Mit der Motivation sei es schwierig, auch wenn sich die „roten Spatzen“ zuletzt im Training auf die Situation einzustellen versucht haben. Auch mit Hilfe eines Sportpsychologen gab es Übungen an die Hand, um die ungewohnte Spielatmosphäre in der Halle ausblenden zu können. Und letztlich ging es auch um banale Dinge. Statt zur Musik des Hallensprechers laufen die Freiburgerinnen nun zu ihrer eigenen Playlist ein. Auch das ist ein Mosaikstein auf dem Weg, Normalität herzustellen.

Mission Klassenerhalt

Im Moment haben die Zweitliga-Handballerinnen Trainingspause. Gleich im neuen Jahr geht es dann weiter. Zum einen werden die Freiburgerinnen dann auch erstmals immer am Mittwoch vor dem Spiel auf das Corona-Virus getestet, und am 2. Januar startet die Mission Klassenerhalt mit dem wichtigen Heimspiel gegen die SG Kirchhof. Da soll es endlich die ersten Punkte in der Gerhard-Graf-Sporthalle geben. Apropos: „Wir hätten ein paar Punkte mehr mitnehmen können“, hadert Marie Lipps ein bisschen mit dem Verlauf der ersten Spiele. Zuletzt beispielsweise gegen Leipzig (20:26), als man zur Pause führte, wäre mehr drin gewesen. „Die waren nicht besser als wir“, findet die 20-Jährige. Und selbst bei Spitzenreiter Füchse Berlin (29:32) lag eine Überraschung in der Luft.

 

Andererseits sieht Marie Lipps, deren Vater Klaus einst zu den bekanntesten Fußball-Torhütern der Region (FV Schutterwald, SC Friesenheim) zählte, ihr Team weiterhin als Aufsteiger, „da ja vergangene Saison keiner auf- oder abgestiegen ist“. Und die Gegner, die mit unten drin stehen, kommen noch.

Persönlich nicht ganz zufrieden

Eher durchwachsen sieht die Industriekauffrau dagegen ihre eigenen Auftritte. „Zurzeit könnte es besser laufen“, sagt die gerade mal 1,60 Meter große Rechtshänderin, die bei den „Red Sparrows“ auf Rechtsaußen eingesetzt wird. Die Gesamtsituation, gibt Marie Lipps zu, sei im Moment etwas anstrengend. Ein stressiger Job, dann vier Mal in der Woche eine Stunde Fahrt zum Training nach Freiburg – oft mit Stau verbunden und auch alleine. „Da kann man nicht richtig abschalten.“ Bis Ende vergangener Saison war die ebenfalls aus Schutterwald stammende Alica Burgert (jetzt TuS Ottenheim) noch Weggefährtin, jetzt manchmal nur Kim Schmitt. Doch die Neu-HSG-Spielerin, Lebensgefährtin des Willstätter Torhüters Leon Sieck, kuriert noch einen Kreuzbandriss aus und muss deshalb zur Physiotherapie oft früher nach Freiburg fahren. 

Trainingsfleiß

Doch es ist vor allem auch die Kampfkraft und der Trainingsfleiß, die Marie Lipps auszeichnen. Aufgeben gibt es nicht. Immer weiter ist das Motto. Und so wird sie sich voll ins Zeug legen, um mit den „Red Sparrows“ den Klassenerhalt feiern zu können.

Trotz 11:10-Halbzeitführung verloren die Red Sparrows HSG Freburg auch das letzte Heimspiel des Jahres mit 20:26 gegen den HC Leipzig und überwintern damit mit 3:15 Punkte auf dem 12. Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga der Frauen.

Am 9. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga der Frauen empfangen die Red Sparrows Freiburg am Samstag um 20 Uhr in der Gerhard-Graf-Sporthalle den HC Leipzig zum letzten Saisonspiel in diesem Jahr. Das Spiel findet ohne Zuschauer statt.


Niederlage trotz starker Leistung


Die Red Sparrows verloren beim Tabellenführer Füchse Berlin das letzte Auswärtsspiel des Jahres mit 29:32 (11:16). Gegen den Aufstiegsaspiranten überzeugten die Freiburgerinnen mit Mut, Teamgeist und einer sehr starken Leistung!


Auch im vierten Anlauf können die Red Sparrows die Punkte nicht in der Heimat halten. In einer umkämpften Partie unterliegen die Freiburgerinnen den Gästen aus Lintfort mit 26:29.

An diesem Samstag steht ab 19.30 Uhr in der Sporthalle Berlin-Charlottenburg für die Red Sparrows Freiburg das vermeintlich schwerste Auswärtsspiel der Saison an.

Die niederländische Weltmeisterin Danick Snelder wechselt mit sofortiger Wirkung zur SG BBM Bietigheim.  ©Bastian Dörr
Die niederländische Weltmeisterin Danick Snelder wechselt mit sofortiger Wirkung zur SG BBM Bietigheim.  ©Bastian Dörr

Verantwortlichen von Frauen-Handball-Bundesligist SG BBM Bietigheim reagieren auf die derzeit angespannte Personalsituation und präsentieren mit der niederländischen Weltmeisterin Danick Snelder einen echten Transferkracher.

Natacha Buhl, die diesen Sommer vom dänischen Erstligisten Odense Handbol ins Breisgau wechselte, verlässt die Red Sparrows nach nur drei Monaten Zusammenarbeit in Richtung VfL Oldenburg.

Zum Seitenanfang