Nettelstedts Kapitän Peter Strosack beim Corona-Test. Zweimal pro Woche wird der Altenheimer – genauso wie seine Mitspieler – getestet. ©ps/tusnl

Am Freitag (20 Uhr) spielt Handball-Zweitligist TuS N-Lüb­becke mit dem Altenheimer Peter Strosack in Südbaden bei der HSG Konstanz.

Das Duell des Tabellen-16. vom Bodensee (2:6 Punkte) gegen den 13. aus Ostwestfalen (3:3 Punkte) hätte auch wieder einige Ortenauer angelockt, doch wegen der Corona-Pandemie muss der TuS-Kapitän auf seine Fan-Gemeinde verzichten. Das Spiel findet ohne Zuschauer statt. 

 „Es wären sicherlich viele gekommen – Familie und Freunde. Das fällt diesmal flach“, meint Peter Strosack, der nach Stationen beim Dritt- und Zweitligisten Bayer Dormagen (2013-2015) und beim Bundesligisten SC ­DHfK Leipzig (2015-2018) seit 2018 bei den Nettelstedtern auf Torejagd geht, ein wenig traurig. 

Positiver Test im Team
Aber in Covid-19-Zeiten ist halt alles anders. Auch der Handball selbst. „Es ist schwierig in den Rhythmus zu kommen. Man hat gar nicht das Gefühl, dass die Saison schon läuft, weil immer wieder ein Spiel abgesagt wird“, erklärt der 26 Jahre alte Linkshänder. Gleich der Saisonauftakt Anfang Oktober fiel für den TuS ins Wasser, weil Heimgegner HSV Hamburg in Corona-Quarantäne musste. Und am Tag des zweiten Spiels zu Hause gegen den HC Elbflorenz (21:27) am 17. Oktober traf es seine Mannschaft selbst. Ein Mitspieler durfte wegen eines Corona-Verdachts nicht spielen, und als das Testergebnis am Tag darauf positiv war, musste das ganze Team drei Tage in häusliche Zwangsisolation, bis für alle negative Testergebnisse vorlagen. 
Und auch Freitaggegner HSG Konstanz hat es schon erwischt. Das Spiel vom vergangenen Wochenende in Bietigheim wurde wegen eines positiven Tests eines Konstanzer Spielers abgesagt und die HSG komplett in Quarantäne geschickt, bevor sich Anfang der Woche herausstellte, dass das Testergebnis falsch war.

Tabelle ziemlich schief
„Die Corona-Zeiten sind für alle schwierig. Doch ich finde es gut, dass man versucht, die Saison durchzuziehen“, sagt der Rechtsaußen und nimmt dabei auch in Kauf, dass die Tabelle derzeit ziemlich schief daherkommt. Manche Vereine haben schon sechs Spiele, während Nettelstedt erst dreimal auflief. Vor der Nationalmannschaftspause gab es ein 25:25 bei seinem Ex-Klub Dormagen, und Peter Strosack hatte mit der letzten Aktion den Sieg auf der Hand. Doch nach einem Foul verfehlte der 26-Jährige nach einem Gegenstoß das Bayer-Tor. „Schade“, meint Peter Strosack, der in diesem Spiel immerhin sechsmal traf.

Einseitiger Alltag 
Neben Handball läuft momentan nicht fiel bei dem Altenheimer: „Ich gehe zum Training und schreibe an meiner Hausarbeit zum Thema Systematische Trainingskonzepte im Ausdauer-Training. Ich mache sonst gar nichts zur Zeit. Ich unternehme nichts und treffe keine Freunde“, beschreibt der Handball-Profi und Student für Fitness- und Gesundheits-Management im achten Semester an der Fern-Uni Düsseldorf seinen ziemlich einseitigen Corona-Alltag, zu dem auch zwei Covid-19-Tests pro Woche zählen.

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