Der 21 Jahre alte Moritz Strosack aus Altenheim versucht sich im ersten Jahr im Profi-Team des Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten durchzusetzen.

Seit dem zweiten Jahr in der A-Jugend geht Moritz Strosack für den HBW Balingen-Weilstetten II in der 3. Liga auf Torejagd. In seiner vierten Saison bei den schwäbischen „Galliern“ ist der 21-jährige Altenheimer nun ins Bundesliga-Team des HBW Balingen-Weilstetten aufgestiegen. Nach elfmal im Kader und fünf Einsätzen in Deutschlands-Eliteliga in der vergangenen Saison ist der Linkshänder, dessen fünf Jahre älterer Cousin Peter beim Zweitligisten TuS N-Lübecke ebenfalls auf Rechtsaußen spielt, nun mit einem Profivertrag ausgestattet. Von Mittwoch bis Sonntag waren die Schwaben im Trainingslager in der Ortenau – in Lautenbach und Oppenau. „Ich will mich in der Bundesliga zurechtfinden“, formulierte der Student der Wirtschaftswissenschaften in Tübingen im Interview mit der Mittelbadischen Presse sein persönliches Ziel.

Am Dienstag stand noch an der Uni eine Online-Klausur zum internen Rechnungswesen an, einen Tag später ging es ins Trainingslager nach Lautenbach: Wie schwer ist der Spagat zwischen Studium und Profihandball?
Das klappt eigentlich ganz gut. Ich habe das ja schon aus der Schulzeit gekannt, da hatte ich oft Lehrgänge mit der Nationalmannschaft. Man gewöhnt sich auch daran. Wenn alles normal läuft habe ich im April meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften in der Tasche.

Im heimischen Garten in Altenheim steht ein Handball-Tor. Wurde das in der Corona-Zwangspause oft malträtiert?
Ja, schon. Aber leider meistens ohne Torhüter. Hin und wieder standen meine Schwester Grete oder mein Vater im Tor.

Wie haben Sie sich in der langen Corona-Pause fit gehalten?
Zwei- bis dreimal die Woche war ich Laufen, zwei- bis dreimal die Woche habe ich Kraftraining gemacht.

Sie haben im Vorjahr schon die Vorbereitung beim Bundesliga-Team mitgemacht: Macht es das für Sie als „Frischling“ im Erstliga-Kader einfacher?
Deutlich. Ich trainiere mit der Mannschaft schon fast zwei Jahre. Und da dieses Jahr mit dem Franzosen James Junior Scott, der vom spanischen Klub BM Logrona La Rioja kam, Fabian Wiederstein, der nach zwei Jahren in Konstanz nach Balingen zurückkehrte, und mir nur drei Neue im Kader sind, kennt man alle Gesichter und die Abläufe. Mit Fabian habe ich sogar in meinem ersten Jahr in der Zweiten zusammengespielt.

Sie sind mit 21 Jahren der Jüngste im HBW-Team: Gibt es da besondere Aufgaben?
Ja klar. Man muss alles hin und her schleppen. Gerade musste ich die Physio-Liege ins Behandlungszimmer bringen. Die ist ziemlich unhandlich.

Wer ist im Trainingslager Ihr Zimmergenosse?
René Zobel, Rückraum rechts. Der war gerade frei, weil sein alter Zimmerkollege, Kreisläufer Benjamin ­Meschke, den Verein verlassen hat und ich mich mit ihm gut verstehe.

Der Bundesliga-Start ist für den 1. Oktober terminiert und Sie sind seit 1. Juni wieder im Training. Das ist eine ziemlich lange Vorbereitungszeit ...
Stimmt. Wir haben vom 8. bis 17. August auch noch einmal frei und hatten vorher fast viereinhalb Monate Pause.

Wann steigt das erste Testspiel?
Am 8. August in Schaffhausen gegen den Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen.

Der HBW Balingen-Weilstetten hat die wegen Corona abgebrochene Saison auf Rang 16 beendet: Was ist für die Saison 2020/21 das Ziel?
Klar, der Klassenerhalt. Anonsten hat Trainer Jens Bürkle noch kein Saisonziel formuliert.

Was ist Ihr persönliches Ziel?  
Ich will in die Mannschaft reinkommen, Spielanteile kriegen und mich in der Bundesliga zurechtfinden.

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